Von „Pegidioten“, „Weltverbesserern“ und „Traumtänzern“…

Man kommt nicht umhin, jeden Tag in den Medien darüber unterrichtet zu werden. Von Bildern über angeblich „Bein stellende Reporterin“, bis „Flüchtlinge traumatisiert von in Tracht gekleideten Oktoberfestbesuchern“ etc..ist alles vertreten.

Deutschland ist gespalten.
Jetzt haben wir also eine „Flüchtlingskrise“.

Durchleuchten wir doch einmal diese „Flüchtlingskrise“ :
Ich sehe in den verschiedensten Internet und Facebook-Foren nur noch, daß die Menschen hasserfüllt aufeinander losgehen.
Und da bleibt kein Stein auf dem anderen, da ist der selbsternannte „Gutmensch-Weltverbesserer“, der mit wedelnden Fahnen und Luftballons an den Bahnhöfen steht, mit buntgemalten Schildchen (am besten von Kindern geschrieben, denn das kommt immer gut an), nicht besser, als der „Besorgte Bürger“ (auch „liebevoll“  „Pegidiot“ oder „Nazi“ genannt), dem bisher seine Mitmenschen am A…. vorbeigingen und er seine bisherige unterdrückte Wut dafür nutzen kann, um für die „Rechte der Obdachlosen“ laut zu werden, die ihn bisher auch nicht sonderlich interessiert haben.

Es gibt nur noch Schwarz und Weiß, nur noch „Gutmenschen“ oder „Nazis“! Enthalten ist nicht, da wird man in eine Ecke geschoben und einem der Stempel aufgedrückt. Entscheide Dich, Deutscher Bürger sonst bist Du….!!
Wenn man sich Sorgen um die Zukunft macht, sei es, weil man (mit berechtigter Besorgnis) mit ansehen muß, daß die „Deutsche Kultur“ den Bach hinunter geht ( man müsse die Kreuze in den Schulen abhängen, da sich dadurch unsere Mitbürger anderen Glaubens gestört fühlen würden) oder sei es daß man nun mal selbst persönlich schlechte Erfahrungen gemacht hat und dadurch vorsichtiger geworden ist, dann wird man als „Nazi“ beschimpft! ( Ungeachtet dessen, daß man sich auch nur einmal im Leben mit der Deutschen Geschichte auseinandergesetzt hat und wirklich weiß was die Nazis gemacht haben, oder was „Nazi sein“ wirklich bedeutet!)
Und wenn man sich hingegen für die andere Seite entscheidet und seinem Kind beibringen möchte (eben damit es irgendwann eine bessere Welt gibt) daß alle Menschen gleich seien und jeder das Recht auf ein schönes Leben hätte, dann ist man für die andere Seite das „naive Schlafschaf“.

Es gibt kein „dazwischen“ mehr!

Ich frage mich: Wo war die ganze „Meute“ denn vorher?

Fangen wir mit dem Gutmenschen an:
Wo war er vorher, als er wußte, daß in anderen Ländern Krieg herrscht? Wenn er sich freut, mal wieder ein Schnäppchen gemacht zu haben, im Unwissen – oder Nicht-wissen-wollen, daß dieses schnuckelige Kleidungsstück, das er nun sein Eigen nennen darf, in Ländern hergestellt wird, in dem Kinderarbeit und -ausbeutung etwas ganz Alltägliches ist?
Und nun steht er mit einem selbst gebastelten „Welcome Refutschiiies“- Schildchen und „sich-selbst-auf-die-Schulter-klopfen-könnendem-denn-die-gute-Tat-ist-für-heute-vollbracht“- naiven Grinsen am Bahnhof um unsere „Fachkräfte-Zukunft“ in Empfang zu nehmen.
Um sich dann beim nächsten Schnäppchen wieder die Hände zu reiben.

Machen wir mit dem „Besorgten Bürger“ weiter:
Wo war er denn vorher, wenn er einen 3-Tages-Städtetrip mit anschliessendem Musical- und Sternerestaurant- Besuch („man gönnt sich ja daheim nichts“) erhobenen Hauptes an Obdachlosen vorbeiging um im Geheimen zu denken: „Keiner muß in Deutschland Hunger leiden, jeder ist selbst schuld an seinem Schicksal!“
Und nun „schreit“ er in Internet-Foren herum, wie ungerecht es sei, daß die „Refuutschiiies alles in den A… geschoben bekommen“,während „es hier auch genug Obdachlose gibt!“

Ganz ehrlich Leute: Ihr lügt Euch selbst alle (!!) in die eigene Tasche!
Weder kann der Gutmensch von sich behaupten, daß er ein „besserer Mensch“ sei, wenn er hasserfüllt schwarz gekleidet auf die Strasse geht um es „den bösen Nazis mal zu zeigen“, noch kann der „Besorgte Bürger“ von sich behaupten, bisher alles richtig gemacht zu haben, wenn er seine bisherige unterdrückte Wut dazu nutzt, um Parolen auf der Straße zu brüllen.

Mir hängen persönlich diese gestellten „Auf-die-Tränendrüse-drücken-müssen“- Fotos und Videos zum Hals raus. Aber nicht, weil ich etwa herzlos wäre, sondern weil man mittlerweile nicht mehr weiß, was man glauben kann. Wir werden  überflutet von den Medien und es bekommt nur mehr den Eindruck, als sei hier nur mehr Hascherei nach dem Pulitzer-Preis im Gange, denn wirkliche Nächstenliebe…
Da werden „Flüchtlinge“ gezeigt, die an der ungarischen Grenze mit Wassersprühern zurückgehalten werden, eine „geschwächte Frau“ fällt genau vor der Kamera in Ohnmacht.
Genauso wie mir Menschen zum Hals raushängen, die den Unterschied zwischen Islam und Islam-ist nicht kennen.
Nicht jeder Ausländer ist gleich ein Taschendieb, Einbrecher oder Schläger.
Amüsieren tun mich jene, die sich „ach so sehr“ für die „Rechte des Deutschen Volkes“ einsetzen, dann jedoch den Eindruck vermitteln, als hätten sie im Deutsch-Unterricht selbst gefehlt und Satzzeichen böse kleine Tierchen wären…!
Amüsieren tun mich allerdings auch jene, die meinen, ein besserer Mensch zu sein, wenn sie jeden willkommen heißen und sich dann jedoch im anonymen Internet benehmen, als wenn man von guten Manieren Ausschlag bekäme…

Es gehört schon eine große Portion Naivität dazu, dafür zu stimmen, daß man in Deutschland jeden aufnehmen könne.
Weiterhin bedeutet „Asyl“ grob gesagt: Jemanden aufzunehmen, bis sich die Zustände im eigenen Land gebessert haben. In diesem Fall Kriegszustände!
Dazu gehört selbstverständlich auch Integration. Integration in das (Gast-) Land, das mich aufgenommen hat.
Dazu gehört, gewillt sein die Deutsche Sprache zu lernen, die Kultur und Gepflogenheiten des (Gast-) Landes zu akzeptieren, sich benehmen und in die Gesellschaft integrieren so wie es im (Gast-) Land Gesetz ist.
Integration bedeutet nicht: Etwas einzufordern, weil man sich mit seiner Religion darin nicht konform sieht. (Wie etwa oben genanntes Beispiel, Kreuze in den Schulen abhängen zu müssen oder sich etwa über männliche Bademeister mockieren weil „die anständige muslimische Frau“ dann kein Schwimmbad besuchen könne.)
Langsam, so müsse man das Gefühl bekommen, sind nämlich nicht mehr die anderen, sondern wir, diejenigen die sich „integrieren!“
Nämlich dadurch, daß- ungeachtet der Gesetze- unsere Mitbürger anderen Glaubens außerhalb der gesetzlichen Feiertage und Schulferien auch zusätzlich an eigenen Feiertagen ihrer Kultur nachgehen und frei machen dürfen.
Hat der „brave Deutsche mit anerzogener Selbstunterdrückung“ nicht schon längst bewiesen, daß wir ein aufgeschlossenes, weltoffenes Volk sind?
Indem z.B. auf unsere Mitbürger anderen Glaubens Rücksicht genommen wird, indem in Schulen Schweinefleisch-freies Essen angeboten und zusätzliche Unterrichtsfächer geschaffen werden?
Indem wir immer ganz vorne mit in der Schlange „hier“ schreien, wenn es darum geht, andere Länder finanziell zu unterstützen?
Indem Moscheen gebaut werden und Glaubenseinrichtungen in den Gemeinden geschaffen werden?
„Integrieren“ heißt, sich anzupassen. Rücksicht nehmen. „Integrieren“ heißt allerdings nicht, seine eigene Kultur und Gepflogenheiten hinten anzustellen. Keiner verlangt, daß Ali, der ausländische Familienvater daheim seinen Gebetsteppich im Keller verstauben läßt und sich einen Schweinebraten zuleibe führen muß.
Sicher auch derjenige nicht, der jetzt mit einem besorgten Auge beobachtet, wo die „Flüchtlingskrise“ hinführen wird.
Aber die grundsätzlichen Werte bitte weiterführen zu dürfen im eigenen Land, das ist doch wohl wirklich nicht zuviel verlangt.

Kommen wir zur anderen Seite:
Genauso wie mir gestellte Fotos auf den Sack gehen, gehen mir Menschen auf den Sack, in denen bisher eigentlich schon immer ein „kleiner Rassist“ geschlummert hat und der das jetzt zum willkommenen Anlass nimmt, alles zu „zermalmen“ und darauf rumzutrampeln was ihm fremd ist.
Die jetzt mit Hasstiraden um sich werfen a la: „Woher haben „die“ Smartphones und Markenklamotten?“ oder, wie jetzt in einem aktuellen Beispiel zu sehen war, daß ein Lebensmittelmarkt (und ich glaube immer noch, daß es ein Teil einer willkommenen kostenlosen PR-Masche war, jeder möchte jetzt etwas vom „Krisen-Kuchen“ abbekommen) Schilder an einem leeren Regal anbrachte, in denen er aufmerksam machte, daß sie „über Nacht“ die Lebensmittel an neu angekommene Flüchtlinge spendete, Stimmen laut werden a la „Die fressen uns alles weg und für die eigenen Leute ist nichts mehr übrig.“
Angesichts solcher – ich nenne es einmal vorsichtig – „Weltfremdheit“, kann man nur noch mit dem Kopf schütteln und man fragt sich ernsthaft, ob jene bisher nur sesselpupsend vor dem Fernseher verblödet sind! Oh mein Gott, die „Aliens“ haben Smartphones!
Was glaubt Ihr eigentlich, wie diese vorher miteinander kommuniziert haben? Mit Buschtrommeln?
Schon mal überlegt, daß die meisten vorher nicht in irgendwelchen Hinterwäldlerdörfern ohne Strom und fließend Wasser gelebt haben? Schon mal überlegt, daß es „Markenklamotten“ in manch anderen Ländern günstiger zu kaufen gibt? Es waren teilweise ganz normale Familienverhältnisse und manche von ihnen wahrscheinlich besser situiert als so mancher hier, einfach, weil sich die Lebenshaltungskosten in manchen Ländern unterscheiden.
Also kriegt Euch wieder ein, wenn mal ein Regal im Supermarkt leer ist. Angesichts Sätzen wie „für die eigenen Leute ist nichts mehr übrig“ muß man sich fragen, in welchem „Hinterwäldlerdorf“ Ihr denn selbst lebt, daß es weit und breit keinen anderen Supermarkt gibt und wer hier die „weltfremden Aliens“ sind. Ihr werdet sicher nicht verhungern!

Es ist lächerlich naiv, zu glauben, daß wir alle aufnehmen können, ja, selbst (und ich wage mich mit dieser Aussage mal weiter aus dem Fenster) zu glauben, daß „alle Menschen gleich wären.“
Andererseits ist es auch blöde, alle über einen Kamm zu scheren.
Sicher, wir sind alle „nur“ Menschen. Jedoch sollte man schon unterscheiden können, zwischen Kriegstreiber und Friedensstifter.
Hat ein Kinderschänder oder Tierquäler die gleichen Rechte, als „Mensch“ betitelt zu werden wie ein anderer? Ich denke nicht.
Insofern sollte man auch unterscheiden lernen zwischen Kriegsflüchtling und Nicht-Kriegsflüchtling, zwischen „Nazi“ und „Patrioten“, zwischen „Gutmensch“ und „Weltverbesserer.“
Nicht jeder, der vorsichtig ist und alles etwas kritischer betrachtet, ist gleich ein „Nazi“ und nicht jeder, der sich dazu entschlossen hat, in einer Organisation Kleider zu sortieren für Flüchtlinge ist gleich ein „Traumtänzer.“
Wenn Euch die Welt um Euch herum nicht passt, dann versucht selbst etwas zu ändern, wenn Ihr als „Besorgter Bürger“ das nächste Mal Euer – von einem Juden entwickeltes Smartphone – in der Hand habt, oder als „Gutmensch“ das nächste Mal Popcorn-futternd einen amerikanischen Film schaut („Die bösen Ami’s)!
Keiner ist unfehlbar, vielleicht bedenkt Ihr dies das nächste Mal, bevor Ihr wie (man kann nicht sagen „Tiere“, denn diese sind teilweise „zivilisierter“ als manch ein Mensch!) die Bekloppten gegeneinander und übereinander herfallt!

Eine gesunde Mischung aus beidem würde wohl eher dazu beitragen, eine bessere Welt zu schaffen, aber dazu ist der Mensch schon seit Gezeiten nicht fähig. Also warum etwas ändern, wenn es doch bisher seit Jahrhunderten auch geklappt hat? In diesem Sinne trink ich jetzt mit meinem ausländischen Freund noch eine Maß Festbier! 😉

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6 Gedanken zu “Von „Pegidioten“, „Weltverbesserern“ und „Traumtänzern“…

  1. Klasse! Dem kann ich nichts hinzufügen, außer:

    Den goldenen Mittelweg kennt heutzutage kaum noch einer.
    Hauptsache man schlägt sich im Internet mal wieder mit Scheuklappen bewehrt die Birne mit Unsachlichkeit, gegenseitiger Nulltoleranz und Schwarz-Weiß-Denken ein.
    Schöne Welt…

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      1. Da der geschilderte Hintergrund kein schöner ist, verzichte ich bewusst auf das Drücken des „gefällt mir“-Knopfes.
        Bin aber ganz bei Dir!

        Wo ist denn eigentlich dieser „gefällt mir nicht“-Button, wenn man ihn mal braucht?!
        Ach, Mist…wir sind hier ja nicht bei Facebook.
        *grins*

        Gefällt 1 Person

  2. Von mir bekommst Du ein dickes „like“, obwohl ich mich aus genau diesen Gründen, die Du so gut beschrieben hast, im Internet eigentlich von politischen Themen fernhalten wollte 😉
    Ich bin eher grau, als schwarz oder weiß, aber ich sehe schwarz, für das was hier in Deutschland los ist.
    Wieso können nicht einfach alle friedlich sein?
    Sehr gut geschrieben.
    LG 🙂

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      1. Ja. Das verstehe ich sehr gut.
        Ich bin übrigens weder bei Facebook noch sonst irgendwo außer hier 🙂
        Und das mit dem TV (anderer Beitrag) sehe ich auch so.
        Was ist da nur passiert ?? 😉

        Gefällt 1 Person

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