Die gute alte Fernseh- Zeit, oder: Hurra, wir verblöden! ;-)

Wir verblöden. Jawohl wir TV- verblöden!

Ich frag mich ernsthaft, ob das schon immer so war? Aber ich glaub, es wird erst seit ein paar Jahren immer schlimmer.
Aber im Zeitalter der Castings – und Selbstdarstellungsshows, in dem heutzutage jeder Hinterwäldler die Chance auf seine „15 Minuten Ruhm“ hat, ist es auch kein Wunder, daß unsere einst so „heile TV- Welt“ immer mehr den Bach hinuntergeht….

Wozu auch ein Fach wie Schauspieler oder Sänger von Grund auf lernen, wenn man es durch Formate wie „Supertalent“ (-frei) und
„Berlin Tag und Nacht“ auch zum „Promi“ (wenn auch meistens zum dämlichen) schaffen kann?
Und wenn alle Stricke reißen, dann macht man sich halt eben mal kurz an einen Prominenten ran oder sucht verzweifelt einen Bauern als Mann ( selbst wenn man mit seinen gestylten Gel-Nägelchen vom bloßen anschauen des Stall- ausmistens schon Ausschlag bekommt) oder läßt sich ( und da muß man schon sehr verzweifelt sein) von der „Pummel“- Tante mit „Der fidele feinfühlige Friedhofsverwalter“ oder „Die häusliche handzahme Holzstäbchensammlerin“ – Alliterationen von Sendung zu Sendung schleifen.
Und wer dabei keinen Mann findet oder sich am dümmsten anstellt, für den springt – das haben wir dabei gelernt – eine eigene noch dümmere Abkopplung des Sendeformates und kostenlose Weltreisen heraus.

Mein persönliches Highlight des Verblödelungs- Tv’s ist das „Supertalent“ und ich frag mich, ob hier angesichts dessen, daß Kerzen mit Fürzen ausgeblasen werden, mit dem „besten Stück“ (bezweifel ich bei diesem Kandidaten doch stark!) versucht wird ein Bild zu zeichnen, der Titel für die Sendung nicht eher „Wer macht sich zum größten Superdeppen“ heißen sollte?
Da wird gestript, gegröhlt, gebettelt in die nächste Runde zu kommen.

Allein bei dem Gedanken, daß man all diese Nervtöhlen zusammen auf Tour schicken könnte, sträuben sich mir die Nackenhaare…
Dicht gefolgt von „DSDS“! Was Anfangs in den Grundsätzen als niedliches Konzept für eventuelle wirklich heimliche Talente begann, verkommt immer mehr zur akustischen und visuellen Vergewaltigung.
Es steht schon lange nicht mehr die Stimme oder gar der einzelne herausstechende Charakter (wir erinnern uns an Daniel Küblböck) im Vordergrund. Das Motto ist: Blöd, Blöder, am Blödesten!
Schade, daß auch die „Ur-Mutter“ der bisher unbekannten Talente, der „Grand Prix de la chanson“ verkommen ist zur „Wer kann noch auffälliger und Blöder“- Show.
Wo man sich früher wochenlang darauf gefreut hat, mit der ganzen Familie an dem Samstag melodisch klingenden Liedern in Landessprache zu folgen und aufgeregt bei der Punkte-Vergabe mitzufiebern, tummeln sich heute als Wikinger-Zombies verkleidete gröhlende Heavy-Metal-Bands, Sänger die sich nicht entscheiden können ob sie nun dem männlichen oder weiblichen Geschlecht angehören möchten und Nussecke-futternde, in bunten Glitzer-Anzügen verpackte Alt-Hippies. (Wobei man letzteren noch als „den letzten Versuch“ werten könnte, dem schon etwas länger verstaubtem Grand Prix doch noch etwas witziges Leben einzuhauchen. Was danach kam, war nur mehr ein Dummbardel – Verblödelungs – Selbstübertreffungs – Wettbewerb!)
Was früher als Gesetz und Ehre galt, in der eigenen Landessprache seinen Beitrag zu bringen, wird heute nur mehr in einer einzigen Sprache von sich gegeben, überwiegend von Ländern, von denen vorher noch kaum einer Kenntnis hatte daß es diese überhaupt gibt!

https://i.ytimg.com/vi/e8Oa-oZwLfk/mqdefault.jpgAuftritt beim Supertalent (Ein wahres „Talent“, Spaghetti vom Körper des Ehemannes zu futtern)

So, wer nun kein gesangliches oder schauspielerisches „Talent“ mitbringt (oder wenigstens die Idee dazu, aufzufallen!) dem bleibt immerhin noch der Weg zu „Frauentausch“ oder Extrem-Exhibitionismus- Shows wie „Adam sucht Eva“, „Hochzeit auf den ersten Blick“, oder „Newtopia.“
Wenn man denkt, es geht nicht blöder, stampfen Sender eine noch beklopptere Sendung aus dem Boden und setzen dem ganzen nochmal die Krone auf!
Wie weit muß der IQ gesunken sein ( soweit er denn jemals vorhanden war..!) wenn man in Jogginghose versucht, eine sich auf der Couch räkelnde fremde Familie mit „Aufstellung neuer Hausregeln“ umzuerziehen um damit vor der gesamten Bevölkerung klarzumachen wie sch….. deren bisheriges Leben war?!
Um am Schluß der Sendung, neu gestylt und aufgehübscht, zur Erkenntis zu kommen, daß die eigene Familie doch die beste sei! (Wenn man diese Erkenntnis nicht vorher hatte und sich dazu erst 10 Tage Alltagsprobleme und Psychokram in einer anderen Familie geben muß…ist man eh schon „Verblödeter im Endstadium!“)


Nadine, „the brain“ bei „Frauentausch“

Da lob ich mir 80-er-Jahre-Kitsch-as-Kitsch-can-Serien a la „Die glückliche Familie“…. Da war die Welt noch in Ordnung und in geregelten Bahnen! 😉

Auch Kinder verblöden. Wo früher der kleine, niedliche Pumuckl lustige Streiche bei seinem Meister Eder in der Schreinerwerkstatt ausgeheckt hat….tummeln sich heute die bunten Teletubbies durch ihr Teletubbi-Iglu, die eigentlich die meiste Zeit nichts weiter zu tun haben, als sich gegenseitig zu knuddeln und fröhlich- glucksende „oh- ooh“ und „Winke -Winke“ – Laute von sich geben und der einzig einigermaßen „geistreiche“ Satz wohl aus „Tubbies lieb haben“ besteht. Ich glaube, der einzig intelligente in diesem lustig-bunten Teletubbie-Land ist wohl der ab und zu interagierende Staubsauger „No-No“ – eigentlich Nebendarsteller – aber wenigstens ab und zu mal einigermaßen mehr oder weniger pädagogisch wertvoll. Naja, Logopäden werden sich einige Zeit die Hände gerieben haben…In diesem Sinne: „Zeit für Tubbie winke winke!“

Werbung. Auch Werbung wurde eigentlich – bekanntermaßen – nur dazu erfunden, um Leute, durch geschicktes unterschwelliges „Botschaften vermitteln“ zum Kauf anzuregen.
Allerdings bedeutet ein gutes Werbe-Konzept heute nicht mehr, auf die eine oder andere simpel- putzige Art auf sein Produkt aufmerksam zu machen, sondern: Je blöder, je nerviger, desto mehr wird darüber geredet! Und durch dieses „sich darüber unterhalten“ wie nervig und blöd diese Werbung ist, hat der Werbetreibende genau das erreicht was er wollte…und der Endverbraucher merkt es nicht einmal! Bingo! Ziel erreicht!

Mir gefällt ja die 50-er-Jahre-Werbung. Da wurde einem nicht „Heile Welt“ vorgegaukelt, da bestand Heile Welt! Und da sich die Menschen wieder etwas leisten konnten und auch wollten, hat eine simple Werbung mit putzig tanzenden und singenden Strumpfhosen ausgereicht. Die „Frau von Welt“ braucht genau diese Strumpfhosen.Punkt! 😉

Auch die 80-er-Jahre-Werbung hatte noch etwas einigermaßen schlicht-niedliches. Da kam der bekannte „Herr Kaiser“ von der Hamburg-Mannheimer oder der schnieke Allianz-Vertreter im Anzug lächelnd um die Ecke und jeder dachte, er müsse Versicherungsvertreter werden, um im Anzug rumlaufen zu können und ausgesorgt zu haben. 😉
Oder meine von selbiger Versicherung, herzerweichende Lieblingswerbung mit Ohrwurm-gleichem Gänsehaut-Song (….“und wer sich Allianz versichert…“) in dem die streitenden, bitter verfeindeten Nachbarn durch die Versicherung und einem Korb voll gepflückter Kirschen am Ende doch noch zu Freunden werden. Wie niedlich, haaach! 🙂
Wurde die Werbung doch schon weiter entwickelt, die Leute
geschickter zum Kauf anzuregen….aber sie verblödete noch nicht!

In diesem Sinne trink ich jetzt mit meinem alten Freund „Onkel Dittmayer“ ein Tässchen „Dallmayer-Prodomo“ mit selbstverständlich „Melitta-Filtertüten“ gebrüht und einem Schluck „Bärenmarke“, denn „nur die Milch macht’s“ und genieß dazu die „längste Praline der Welt“, um den Tag mit einem Weinbrand ausklingen zu lassen. Denn „wenn einem so viel Gutes wiederfährt, das ist schon einen Asbach-Uralt wert!“ 😉

Verblödet? Wir doch nicht….! 😉

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11 Gedanken zu “Die gute alte Fernseh- Zeit, oder: Hurra, wir verblöden! ;-)

  1. So sieht’s offensichtlich aus. Leider!

    Aber da mittlerweile sowieso viele einsiedlerisch vor ihrem Smartphone hocken und allein dadurch aus dem verschrienen „Halbkreis der Familie“ am Ende eh nicht mehr viel herauszuholen ist, brauchen wir uns doch um das Programm keine Sorgen mehr zu machen. 😉

    Scherz beseite:
    Es kommt ganz darauf an, WAS man schaut bzw. welchen Sender man wählt.
    Es gibt DOCH noch ganz nette Beiträge zu entdecken.
    Und ich meine nicht das x-te Psychogramm von A. Hitler, den zehntausendsten Bruchtest eines beliebigen Gegenstandes oder die mehr als hundert Mal durchgekaute Reise durch den internationalen kulinarischen Ekel.

    Gefällt 2 Personen

  2. Ich musste gerade irgendwie an „Ich ‚abe garkeine Auto“ denken, als ich den Part mit der Werbung durchgelesen habe…aber ich glaube, das war Nescafé ;D aber trotzdem ganz niedlich 😉 jedenfalls sehr gut geschrieben, dein ganzer Bericht! Du hast recht – das Fernsehen wird immer schlimmer. Wo man auch hinschaltet, sind die Leute laut, schreien sich an, laufen nackt durch die Gegend, sind aufgepumpt mit diversen Präparaten die man bei Schönheitsdoktoren erwerben kann oder suchen ihren pseudo-Seelenpartner, der ihnen von irgendwelchen Leuten ausgesucht wird und dabei so gut zusammenpassen wie ein Marmeladenbrot mit Fleischkäse als lecker Zusatz. Was soll man zu dem ganzen schon noch sagen? Viel Macht hat man leider nicht ..obwohl…den Sch**ss einfach nicht gucken – bei Newtopia hats ja auch geklappt.

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    1. Haha ja das stimmt 😀
      Ich hab einmal in „Newtopia“ reingeschaut und dacht mir, schlimmer kann keine Sendung sein…das war die Krönung des schlechten Fernsehens…
      Werbung von früher find ich noch recht süß gemacht.
      Hatten jetzt 3 Monate lang nur schweizer und österreichisches Pro7 und kann mich wirklich nicht entscheiden, welche Werbung die schlechteste ist…;-D

      Gefällt 1 Person

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