„Mörder klopfen doch nicht an und Zombies sind wählerisch…“ ;-) Filmklischees und „Action bitte!“

Am Sonntag haben wir mal wieder einen Filmtag eingelegt und uns für einen Horrorfilm entschieden. War echt gut gemacht. Ich mag ja amerikanische Filme und Filme die nicht so „gewöhnlich“ und gemacht sind wie alle anderen. Allerdings hat man sich sicher schon manchmal gedacht, warum in manchem – auch außergewöhnlichem – Film immer alle Klischees von vorne bis hinten bedient werden und man selbst würde es natürlich gaaanz anders machen, sollte man denn wirklich einmal in so einer prekären Situation stecken… 😉
Nehmen wir also einmal die gängigsten Film – Klischees auseinander:

Horrorfilme / Thriller:

Eines der größten Mysterien, wenn jemand in einem Film verfolgt wird, ist für mich: Warum verdammt nochmal rennen alle nach oben im Haus? Wiesooo? Statt nach draußen zu flüchten? Wer hat sich nicht schon beim ansehen eines solchen Films gedacht: ICH würde nach draußen rennen und so einen dermaßen gepflegten Urwald- Schrei hinlegen, daß die komplette Nachbarschaft aus dem Bett fallen und meinen würde, ein UFO sei gelandet!!

Das beste ist allerdings, wenn (!) in einem Film wirklich einmal jemand wagt nach draußen zu flüchten, dann hat man den Anschein, als hätten sämtliche Nachbarn ein gutlaufendes Abo für Schlaftabletten und Ohrstöpsel abgeschlossen. Da tut sich nichts! Alles dunkel! Selbst wenn man mit Stahl- hämmernden Fäusten und mit einem lauten „Bitte helfen sie mir“ – Gekreische aufwartet…NICHTS! Und man weiß: Der Darsteller ist gnadenlos verloren.

Natürlich ist es auch so, daß der größte „Angsthase“ im Film natürlich todesmutig bei einem Geräusch immer nachsehen geht, woher es kommt. Klar! *Zwinkerzwinker!* Was dabei auch oft schön zu beobachten ist: Er läuft zur Tür, frägt: „Wer ist da?“ und nachdem keine Antwort kommt, öffnet er diese trotzdem. ( Oh Mann!) Oder auch schön: Er öffnet die Tür, ruft „Hallo?“ und nachdem dort nichts zu finden ist…na? Klaaar, der Angreifer steht hinter der Tür! Mensch, muß man doch wissen.. 😉

Auch ein absoluter, unumstößlicher Film – Fakt: Läuft eine Überwachungskamera mit und man hat die Ehre, den Film kurz aus diesem Winkel zu betrachten: Wenn jemand aus diesem Kamera- Winkel verschwindet, dann gilt für den Zuschauer oberste Regel: Achtung, jetzt Hände vor die Augen! Denn in diesem Moment taucht mit 100 % iger Sicherheit der Angreifer / das Monster / der Geist vom unteren Rand des Bildschirms wieder auf, manchmal sehr „nett“ unterlegt mit einem Schrei und verzerrtem Gesicht! (Auch da kommt man nicht umhin, sich zu fragen, warum dieser Bekloppte denn die Kamera anschreit? 😀

Der absolut faktischste Film- Fakt: Der Bösewicht, der schon 8-fach niedergestochen wurde, 3 mal von einer Pfanne oder einem harten Gegenstand am Kopf gegen die Wand geschleudert und blind vor (immer zufällig passend herumliegendem) Pfefferspray…ist entweder plötzlich verschwunden wenn man wieder an den Ort zurückkehrt an dem er niedergestreckt wurde, oder er packt einen immer nochmal am Bein! Fakt! 😉

Auf jeden Fall noch erwähnenswert:
-Der langweiligste Nebendarsteller stirbt immer zuerst (is ja auch klar, den will man ja auch nicht weiter im Film sehen!)
-Bei einer Flucht springt das Auto auf keinen Fall sofort an! (Und nein, die Knöpfe werden auch nicht zuerst heruntergedrückt und man sitzt oft beim zuschauen des Films da und kreischt: „Drück die Knöpfe runter, Mensch drück doch zuerst die verdammten Knöpfe runter!!“)
-In der brenzligsten Situation hat das Handy keinen Empfang oder der Akku ist leer! Is so!
-Und in London ist immer (!) Nebel! 😉

Liebesfilme / Teenagerfilme:

Ich hätte ja so gerne so eine „magische“ Schule besucht. In dieser magischen Schule gelingt es wirklich immer, aus dem größten „Loser“ den beliebtesten Highschool- Liebling zu machen. Er kann vorher noch so krauselige Haare, ungehobelte dümmliche Aussprache und – so macht es den Anschein – von der Altkleidersammlung gespendete Klamotten besessen haben…nach der „Bearbeitung“ der Schulkönigin hat sich sein Kleiderschrank in ein Hipster- Arsenal verwandelt und er wartet plötzlich mit lässig – glatt – gegelten Haaren und gepflegten Manieren auf.Paff! Ganz einfach über „Nacht“! Ganz einfach magisch! 😉

Das arme Mädchen verliebt sich immer in den (natürlich gutaussehenden, herzensguten) Typen, findet dann raus, daß er stinkreich ist und ist über diese Tatsache erstmal sehr wenig erfreut ( nach dem Motto, ihr Herz sei gebrochen, sie sei sooo enttäuscht worden). Also ich weiß nicht, aber wenn mir das früher passiert wäre, dann wäre ich alle andere als beleidigt und gar traurig gewesen 😉

Wenn sich Mädchen und Junge, oder Frau und Mann in einem Film verlieben, müssen sie sicher in der Mitte des Films erst einmal eine große „Hürde“ zu überwinden haben. Entweder stellt sich heraus, daß einer den anderen belogen oder getäuscht hat oder es kommen plötzlich (!) in dem Moment, da alles perfekt erscheint, große Geheimnisse über die Vergangenheit des anderen ans Licht…in solchen Momenten denk ich mir immer: Mensch, reißt euch doch mal zusammen und sprecht euch aus, Herrgott.. 😉

Nach einer wild- romantischen Nacht, kann man auch sehr schön beobachten, daß „sie“ sein Pyjama- Hemd und nur einen Slip an hat. An dieser Stelle frage ich mich immer, an welchem Punkt der Liebesnacht es plötzlich so langweilig geworden ist, daß sie ihn mit dieser Aktion abschrecken wollte… 😉 Ach und natürlich erwacht die Darstellerin immer voll geschminkt und mit gestylten Haaren um ihn mit einem gehauchten „Guten Morgen“ zu begrüßen. Mundgeruch? Nö.

Allerlei Actionfilme:

Wenn man die Klischees in anderen Filmen noch einigermaßen verstehen kann, so belustigen mich diese in – doch meistens ernst gemeint wollenden – Actionfilmen.
Die gängigsten Klischees, nämlich, daß bei einer Verfolgungsjagd Reifen auf Sand quietschen, Raumschiffe auch im All Geräusche machen, oder eine Bombe immer ganz knapp vor der Explosion entschärft wird, fallen einem schon gar nicht mehr auf, da sie schon zu abgedroschen und gängig sind.

Das amüsanteste Action- Klischee jedoch ist: Der Hauptdarsteller / Held wird in einen Kampf verwickelt, in dem er mit dem Gegner wild über den Boden rollend, gegen Betonwände geschleudert und zich- fach die härtesten Schläge mit der Faust mitten ins Gesicht einstecken muß. ( Es tut natürlich auch keinem die Hand danach weh!) Und er läßt die schmerzvollsten Hiebe über sich, mit einzig einem gestöhnten „Aaah“ über sich ergehen.
Selbst wenn mit der Bazooka auf den Helden gefeuert, oder er sich mitten in einem Kugelhagel befindet…den Helden erwischt maximal ein Streifschuß.

Aber wehe, dem Helden werden danach (bevorzugt von einer Frau) die Wunden versorgt…so wird man den Helden immer mit einem: „Verdammt, tut das weh!“ zurückzucken und laut aufschreien hören. 😉
Dem Helden gelingt es auch immer, wirklich immer, sich – auch 20-fach mit einem 3 cm dicken Stahlseil an einen Stuhl gefesselt – mittels einem „zufällig“ herumliegendem Gegenstand ( wie etwa Feuerzeug, Glasscherbe oder etwa einer Haarnadel) in der letzten Sekunde zu befreien.
Und wenn jemand im Film von einem Gebäude oder Felsen stürzt, kann er sich kurz darauf immer – entgegengesetzt aller physikalischen Gesetze – noch irgendwo festklammern, um daraufhin gerettet zu werden.

Apokalypse – Filme:

Mein liebstes Film – Genre, wohl deshalb, weil sich anscheinend kein Film- Produzent der Welt wirklich ausmalen kann, wie es denn wirklich einmal aussehen würde, gingen wir dem „Ende“ entgegen. Und so finden sich dem aufmerksamen Beobachter immer wieder Dinge ein, die einer Beantwortung würdig wären…

Wenn das ganze „System“ zusammengebrochen ist, wer zum Geyer mäht dann in Apokalypse- Filmen immer noch den Rasen oder warum sind Männer (und Frauen) immer frisch (oder fast frisch) rasiert?

Meist gibt es in jedem Apokalypse – oder Zombiefilm eine Hauptdarsteller, der eine schwere Kindheit hatte und dadurch den Eindruck vermittelt, als hätte er auf seiner „einsamen Reise durchs Leben“ bisher nichts weiter zu tun gehabt, als sich perfekt darauf vorzubereiten. Er tötet Angreifer auch mit einem Küchengerät und wird selbst bis zum Schluß überleben 😉

Es gibt auch immer einen, der beim tagelangen Streifzug durch die Wälder ein perfektes Wissen darüber präsentiert, welches Grünzeug essbar sei, oder wie man am besten mit ein paar Holzstecken die perfekte Festung baut…

Finden sich verschiedene Typen in einem solchen Film zusammen, so hat man doch den Eindruck, als hätten schon immer alle den gleichen besch…. Modegeschmack gehabt. Farbenfrohe, bunte Kleidung findet man in diesen Filmen selten, stattdessen wird meistens mit matschbraunen Cargo- Hosen oder allgemein tarnfarbener Kleidung aufgewartet.

Und warum können Zombies, so verfault und verkrüppelt sie auch sind, immer noch laufen? Oder warum, wenn der einzige Drang doch ist, nur noch zu fressen, ja warum fressen sich diese Geschöpfe nicht eigentlich gegenseitig? Und warum müssen sich Zombies in jedem – aber auch jedem Film – immer mit einem „chhhh“ _ Geräusch und ausgestreckten Armen auf sich aufmerksam machen?? Man kann nur hoffen, dies nie herausfinden zu müssen… 😉

Historische Filme:

Ich weiß gar nicht, warum man das Mittelalter immer als „düster“ und unbequem bezeichnet. Bedenkt man doch die Tatsache, daß es in Filmen immer anders vermittelt wird.

So haben in historischen Filmen die Hauptdarsteller nie ungepflegte Zähne, zerlumpte Klamotten oder irgendwelche Gebrechen oder Krankheiten.
Die weibliche Hauptdarstellerin hat immer wunderschöne lange Wallemähne, hingegen die „Böse“ immer mit schmutziger Kleidung oder verfilzten Haaren daherkommt und man bekommt den Eindruck, daß man im Mittelalter also nur nett und herzensgut sein mußte und schon blieb man vor Krankheiten oder schlechtem Aussehen verschont. Muß doch prima gewesen sein! 😉

Und sollte man im Mittelalter doch einmal denunziert und gar gefoltert worden sein, so haben einige Kräutertee`s und ein paar Tage Bettruhe vollkommen ausgereicht, um ausgerenkte Gelenke, zersplitterte Knochen oder in Fetzen hängende Haut zu heilen. Die Medizin muß und um Längen vorraus gewesen sein. 😉

Männern gelang es immer, sich von der Turmzinne mit ,am Pfeiler festgeknotetem Seil, durch einen gekonnten Schwung in genau jenes angepeilte kleine Turmfenster zu schwingen, ohne vom Seil – hinsichts der herrschenden Schwerkraft – abzurutschen oder gegen die Turmmauer zu klatschen. Warum auch? Sähe in einem romantischen Ritterfilm ja auch ziemlich blöde aus… 😉

Alles in Allem haben jedoch alle Filme etwas gemeinsam: Kann man doch 90 Minuten in eine andere Welt abtauchen. Und der beste Film wäre nicht halb so schön, ohne einen kleinen Hauch von Klischee… denn dazu ist die Realität hingegen dafür viel zu „normal“… 😉

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6 Gedanken zu “„Mörder klopfen doch nicht an und Zombies sind wählerisch…“ ;-) Filmklischees und „Action bitte!“

  1. Herrlich, deine Auflistung der Filmklischees. Das nicht anspringende Auto gehört zu den Klischees, die ich einfach nicht mehr sehen mag. Schlimm sind auch die immer krachender inszenierten Autoverfolgungsjagden in Actionfilmen. Sobald eine solche Autoverfolgung zu sehen ist, übernimmt etwas Besseres in mir die Kontrolle und ich schlafe ein, ungelogen. Eine Weile war meine Lieblingsfigur in SF- oder Horrorfilmen der Kerl, der sagt: „Was zum Teufel soll das?!“, und schon wird ihm von einem Außerirdischen der Kopf abgebissen.

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    1. Haha ja stimmt. Immer wenn jemand im Film sagt oder frägt was das soll..(schön auch der Satz. „Was zum Teufel….“) passiert sofort etwas 😀
      Haben am WE mal wieder Walking Dead geschaut und ich weiß nicht, wie oft in dieser Serie schon ein Auto nicht angesprungen ist… 😀

      Gefällt 1 Person

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